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Margarita historisch

Als Christoph Columbus die Insel am 15. August 1498 entdeckte, nannte er sie zu Ehren Margaretes von Österreich "Margarita" (deutsch: die Perle). Er ahnte dabei nicht, wie treffend dieser Name war, denn in den Gewässern rund um Margarita und ihren Nachbarinseln Cubagua und Coche gab es einen unermesslich großen Reichtum an Perlen. Erst ein Jahr nach ihrer Entdeckung nahmen Alfonso de Ojeda, Cristóbal Guerra und Pedro Alonso Niño die Insel im Namen der spanischen Krone in Besitz und unterwarfen die ansässigen Guaiquerí-Indianer.
Nachdem Cristóbal Guerra 1528 den Ort "La Villa de la Nueva Cadiz" auf Cubagua gründete, wurde dieser zum Synonym für die Unterdrückung durch die hispanischen "Conquis- tadores" in Südamerika. Schon vor 1528 existierten einige spanische Siedlungen auf Margarita. Die erste davon war "Valle des San Juan", gegründet von Pedro de Alegría im Jahr 1525.
So wurde Margarita auf Basis eines Vertrages zwischen Kaiser Karl V. und Marcelo de Villalobos zum Sitz der ersten unabhängigen Provinzregierung Venezuelas, dessen Familie während der folgenden drei Generationen die Insel regierte. Margarita mit den Antillen entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagsplatz für Sklaven. Die herrschende Familie, ge- meinsam mit den Verkündern des Evangeliums sowie spanischen Eroberern und Kolonisten, bemühte sich außer- dem, in den fruchtbaren Gebieten der Insel die Vor- aussetzungen für Ackerbau und Viehzucht zu schaffen. Landwirtschaft, Fischfang und die übrigen Perlenvorkommen waren Grundstein für den folgenden wirtschaftlichen Auf- schwung Margaritas.
Um sich besser vor den immer häufiger werdenden Überfällen durch Piraten schützen zu können, verlegte man 1562 den Regierungssitz nach "La Asuncion". Mit dem Tode des letzten Villalobos im Jahre 1594 fiel Margarita wieder zurück an die spanische Krone. Die damals entstandene Kolonial-Archi- tektur gehört zu der ältesten in Venezuela.
Im 16. Jh. wurde Margarita zu einem strategisch wichtigen Ausgangspunkt zur Erforschung des südamerikanischen Kontinents. Francisco Fajardo, Sohn einer Häuptlingsfrau und eines spanischen Edelmannes, organisierte zwischen 1655 und 1660 drei Expeditionen, von denen eine ins Tal der "Los Caracas" Indios führte. Dort gründete er den Ort "La Villa de San Francisco", der heutigen Hauptstadt Venezuelas "Caracas".
Im 17. Jh. wurden die berühmten Burgen Margaritas, wie "Santa Rosa" in La Asuncion, "Castillo de San Carlos Borro- meo" in Pampatar, "La Carranta" in Juan Griego, errichtet. Der unzähmbare Charakter der Guaiquerí-Indianer, der Einfluss spanischer Einwanderer gepaart mit afrikanischen Einflüssen formten die besonderen Wesenszüge der "Margariteños". Unter der Führung von Juan Bautista Aris- mendi schlossen sie sich 1810 ohne zu zögern der revolutionären Bewegung an. Dieser stürzte den spanischen Gouverneur und übernahm die Befehlsgewalt des Eilandes. Margarita wurde zu einem Zentrum der Revolution im Osten und unterstützte die landesweiten, kriegerischen Aktionen des Revolutionärs Francisco Miranda und später des Befreiers Simón Bolívar.
Nach langen Kriegsjahren gegen die spanische Krone erlangte Venezuela im Jahre 1821 die Unabhängigkeit und Arismendi wurde Vizepräsident der neu gegründeten Republik. Im neunzehnten Jahrhundert erlebte die Perlen- industrie einen erneuten Aufschwung. Dieser führte 1944 zum Erlass des ersten Austernschutzgesetzes und im Jahre 1962 dem Verbot des Perlentauchens, da die Auster- vorkommen zu versiegen drohten. Margarita gewann dank der Schönheit der Strände, Buchten, Täler und Berge, aber auch wegen der Freundlichkeit und des Charmes der Bewohner zunehmend an Bedeutung als ein Ort der Ruhe und Erholung.
Die Einrichtung einer Freihandelszone im Jahre 1974 eta- blierte endgültig die Stellung Margaritas als eine der wohl attraktivsten Inseln in der Karibik.

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